Europäische Kräuterheilkunde (Phytotherapie)
In der Phytotherapie (griech.phyton=Pflanze,therapeia=Pflege) oder Pflanzenheilkunde werden Beschwerden mit Hilfe von Pflanzenwirkstoffen behandelt.
Die Pflanzen werden als Frischpflanzen, Drogen oder Extrakte eingesetzt, die auch zu Tees, Kapseln, Tropfen oder Salben weiterverarbeitet werden können. Arzneipflanzen und ihre Zubereitungen gehören zu den ältesten Therapieformen. Berühmte Ärzte wie Hippocrates (460-377 v. Ch.) und Paracelsus (1493-1541 n. Ch.) haben die Kräuterheilkunde gelehrt. Bis zur Entdeckung der ersten chemisch synthetisierten Arzneistoffe Ende des 19. Jahrhunderts war die Behandlung mit Pflanzen die einzige Therapiemöglichkeit. Viele der heute verwendeten chemischen Arzneistoffe moderner Arzneimittel stammen ursprünglich aus Pflanzen wie z.B. die Acetylsalicylsäure. Dieser Wirkstoff wird eingesetzt um Kopfschmerzen und Fieber zu bekämpfen. Entwickelt wurde der Arzneistoff aus der Sailcylsäure der Weidenrinde (lat.Salicis Cortex).
Bis heute wird die Pflanzenheilkunde sehr geschätzt, da sie eine wirksame und risikoarme Behandlung mit Medikamenten aus Naturstoffen ist. Phytopharmaka werden erfolgreich in der Therapie leichter bis mittelschwerer chronischer Erkrankungen eingesetzt. Hier stellen die pflanzlichen Arzneimittel eine wichtige Alternative zu chemisch-definierten Arzneimitteln dar.
Phytopharmaka werden vor allem eingesetzt bei:
- Atemwegserkrankungen,
- depressiven Verstimmungen,
- Demenz
- Harnwegs- und Prostataerkrankungen
- Hauterkrankungen
- Herz- und Kreislauferkrankungen,
- Herzinsuffizienz und Herzschwäche
- Hirnleistungsstörungen
- nervösen Angst- und Unruhezuständen,
- Schlafstörungen Venenschwäche ,
- Lebererkrankungen,
- Magen- Darm-Erkrankungen